2800–2200 v. Chr.
Die schnurkeramische Streitaxt
2800–2200 v. Chr.Zeugnisse von Ackerbau und Viehzucht
4200–4800 Jahre in die Vergangenheit gehen wir mit der hier ausgestellten aus hellgrauem bis grünlichem Felsgestein hergestellten schnurkeramischen Streitaxt. Die Länge misst 13,5 cm, während die Breite der Schneide 4,4 cm beträgt. Die Durchbohrung ist mit 2,2–2,0 cm schwach konisch. Besonders auffallend sind die schön facettierten Seitenflächen und die zweiflächig geschliffene, feinpolierte, metallisch glänzende Oberseite.
Die Kultur der Schnurkeramiker erstreckte sich über ein Gebiet vom Elsass im Westen, der Schweiz im Süden, der Ukraine im Osten, im Norden bis Norwegen und hat ihren Namen von der für sie typischen Schnurkeramik. Diese entstand dadurch, dass Schnüre in den noch nicht geglätteten Ton eingedrückt wurden.
Neben der typischen Grablege (Einzelbestattung in Seitenlage mit angezogenen Beinen unter Grabhügeln, Männer immer auf der rechten, Frauen immer auf der linken Körperseite liegend) waren es die Grabbeigaben – Becher und/oder Amphoren und eben die namengebende, aus Stein gefertigte Streitaxt –, die die Wissenschaft von „Becher- oder Streitaxt-Kulturen“ zur Zeit der Kupfersteinzeit, am Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit sprechen lässt.
Inzwischen geht die Wissenschaft davon aus, dass die Schnurkeramiker – wie die anderen neolithischen Kulturen auch – sesshaft waren und Ackerbau und Viehzucht betrieben.
Gefunden wurde dieses in unserem Museum außergewöhnliche Einzelstück beim Autobahnbau in den 30er Jahren in der Nähe Alsfelds am Rabenberg. (MNic)