2000 v. Chr.
Doppelspiralanhänger aus einem Hügelgrab bei Alsfeld
Alsfeld besiedelt!Beginn der bronzezeitlichen Besiedlung der Region
Bei dem hier ausgestellten Exponat handelt es sich um einen „Doppelspiral- oder auch „Brillenanhänger“ aus einem Hügelgrab aus der Umgebung Alsfelds aus der „mittleren Bronzezeit“, die nach der Art des Bestattungsritus auch als „Hügelgräberzeit“ bezeichnet wird (in Mitteleuropa etwa 2200–800 vor Christus). Im Kreis Alsfeld sind über 250 Grabhügel gefunden und verzeichnet worden.
Der Besitz und das Wissen über die Herstellung von Bronze, einer Legierung, bestehend aus 90 % Kupfer und 10 % Zinn, die sich in fast jede Form gießen lässt und das härteste Metall war, das man bis dato kannte, führte zu sozialen Differenzierungen innerhalb der Gesellschaft und zur Herausbildung einer neuen Oberschicht. Da die beiden Metalle nur an wenigen Orten – zum Beispiel Zinn in Cornwall, England, und Kupfer in den Ostalpen – vorkamen, führte dies zur Herausbildung von Handelswegen und -ketten, die den gesamten Bereich von Europa bis zum vorderen Orient umfassten.
Die Grabbeigaben waren vielfältig, Männer wurden in der Regel mit ihren Waffen, Frauen mit reichlich Schmuck unverbrannt bestattet und mit Feldsteinen zugedeckt. Darüber wurde ein nach außen durch einen Steinkreis abgegrenzter Hügel gebildet. (MNic)