1849

Fahne des Turnvereins Alsfeld in den neuen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold

1849Alsfelder Turner für die nationale Einheit

Der Turnverein Alsfeld wurde in der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs der bürgerlichen Revolution 1848/49 gegründet. Die Turnbewegung, die sich auf Locke, Rousseau, Guts Muths und auch Pestalozzi berief, war vor allem von Friedrich Ludwig Jahn (dem später so genannten „Turnvater“) gestärkt worden, der mit der Eröffnung seines Turnplatzes in der „Hasenheide“ in Berlin im Jahre 1811 die „Schmach“ der Niederlage gegen Napoleon tilgen wollte. Auf seinen Turnfreianlagen wollte er für die von ihm erstrebte nationale Einheit durch Körperertüchtigung gestärkte patriotische Soldaten ausbilden.

Die Turnvereine verstanden sich „als Ort der Stärkung des demokratischen Gedankens“ und „über die Bildung von Körper und Geist“ manifestierte sich ihr Engagement im Bereich der freiwilligen Bürgerwehren sowie in den sich ab 1848 gründenden „Vaterlandsvereinen“. Die starke gemeinschaftsorientierte Bindung der Turner galt als Vorbild für die Überwindung der verhassten Kleinstaaterei, und die Turnbewegung wurde zu einer politischen Bewegung, die nach Einheit und Freiheit des Vaterlandes strebte.

In Alsfeld kamen am 18. April 1849 elf Männer zusammen, die den Turnverein gründeten. Turnplatz und Turnkneipe befanden sich im Gründungslokal „Gasthaus zur Krone“. Das brüderliche Verhältnis der Turner untereinander drückte sich durch die Ansprache mit „Du“ aus, und es wurde beschlossen „die deutschen Farben schwarz, rot und gold als Farben des Vereins gelten zu lassen“. Die Umsetzung dieses Beschlusses zeigt die Abbildung der alten Originalfahne des Turnvereins aus dem Jahr 1849. (MNic)