1824
Meßgerät zur Landvermessung (Tachymeter), um 1800
Alsfeld durchquert!Alsfelds Fernstraßen
Vorgeschichtliche Fernwege, die seit jeher als Handelswege zur besseren Verbindung von Siedlungen oder frühen größeren Ortschaften und Städten dienten, sind geschichtlich belegt und wurden im Laufe der Jahrhunderte immer weiter erschlossen. Eine der wichtigsten Straßen für das im Mittelalter aufblühende Alsfeld war der bedeutende Handelsweg „Straße durch die kurzen Hessen“, die von Frankfurt über Friedberg kommend Hungen und Grünberg passierte, durch Alsfeld direkt verlief und dann weiter über Hersfeld und Eisenach bis in die bedeutende Messestadt Leipzig verlief.
Nach französischem Vorbild wurden Fernwege als Chausseebau bereits ab den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts in Hessen weiter geplant und errichtet. Chausseen verliefen oft wesentlich gradliniger und wurden ingenieurtechnisch detailliert geplant und vermessen. Als sogenannte Hochstraßen konnten topografische Gegebenheiten wie Gefälle und Steigungen im Gelände einfacher überwunden werden. Auch die Befestigungen und Entwässerungssysteme wurden wesentlich durch eine Wölbung der Straßenoberflächen verbessert.
Die ehemalige „Romröder Chaussee“ (heute Grünberger Straße) mit ihrer Bebauung rund und angrenzend um das ehemalige Mainzer Tor zeigt noch bis heute die prägenden Elemente städtischer wie auch ländlicher Architektur. Diese neuen Siedlungsbereiche außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigungen entstanden an den neuen großen Ausfallstraßen oder Chausseen, die im 18. und 19. Jahrhundert auch rund um Alsfeld massiv ausgebaut wurden. (JW)