1765

Feuerspritzenwagen der Stadt Alsfeld von 1765.
(Foto: Andreas Ruhl)

1765Moderner Brandschutz in Alsfeld

Brandschutz war in einer Stadt wie Alsfeld, die hauptsächlich aus hölzernen Gebäuden bestand, von lebenswichtiger Bedeutung. Im Jahr 1350 wurde, vermutlich nach einem Großbrand, die Liederbach umgeleitet und durch die Stadt geführt. So konnte Löschwasser schneller an die Brandstelle gebracht werden. Hierzu wurden lederne Löscheimer verwendet. Lange Feuerhaken waren ebenfalls wichtig: Mit ihnen wurden Wände eingerissen und so die Ausbreitung von Bränden gestoppt.

Im Jahr 1764 bestellte Amtmann Hallwachs beim „Feuer Spritzen Macher“ Johann Philipp Bach aus Solms-Hungen gleich zwei Spritzenwagen zur Brandbekämpfung. Der Stadtrat, zusammen mit allen 16 Zünften, lehnte die Übernahme der Kosten ab. Dennoch erzwang der Amtmann – mit Hilfe von Landhusaren – die Bezahlung. Im Jahr 1765 erließ er zudem eine Feuerschutzordnung mit 25 Paragraphen, die auch die Bedienung der Spritze regelte. Die 42 jüngsten Bürger waren verpflichtet, als Drücker die Pumpe zu betreiben. Als Belohnung nach den Löscharbeiten erhielten sie eine „Ergötzlichkeit mit Brot, Eiern und Branntwein“.

Die beiden Feuerspritzen wurden im Hochzeitshaus untergebracht, während Feuerleitern und Feuerhaken im Rathaus und die Ledereimer im Weinhaus zu finden waren. Nach dem Bau der Wasserleitungen im Jahr 1896 standen überall in der Stadt Hydranten zur Verfügung. Die Feuerspritze von 1765 konnte daher ins Museum verlegt werden. (JP)