1740

Barocker Taufengel aus Holz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; Künstler unbekannt

1740Segen von oben – der Taufengel

Der Künstler des um das Jahr 1740 entstandenen, hölzernen, bemalten, barocken Taufengels ist leider unbekannt, sein nahezu makelloser Erhaltungszustand nach Expertenmeinung „äußerst selten“. Diese Taufengel waren im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland, aber auch in Dänemark und Schweden, vor allem in lutherischen Kirchen gebräuchlich. Auch wenn es stehende oder kniende Taufengel, die ein Taufbecken auf ihrem Kopf trugen oder über sich in die Höhe stemmten, gab, so hingen einige früher doch auch schwebend in der Luft unter der Decke, eine Schale mit Taufwasser in der Hand haltend.

Dieser ungewöhnliche Aufenthaltsort der den sogenannten „handelnden Bildwerken“ zugeschriebenen Taufengel war oft dem Platzproblem in den Kirchen geschuldet, da vielerorts aus unterschiedlichen Gründen kein Platz mehr für ein Taufbecken blieb. So wurde der Engel an die Decke des Chores verbannt, von wo er bei der eigentlichen Taufzeremonie mittels eines Seilzuges heruntergelassen wurde.

Im 19. Jahrhundert kamen die Taufengel nach und nach aus der Mode und auch in der Alsfelder Walpurgiskirche, wo ein auf dem Boden stehendes Taufbecken und ein in der Luft schwebender Taufengel nebeneinander existiert hatten, wurde der barocke Taufengel aus der Kirche entfernt. Glücklicherweise landete er in unserem Museum und kann so hier ausgestellt und gezeigt werden. (MNic)