1605

Alsfeld-Ansicht, Kupferstich von Wilhelm Dilich aus dem Jahr 1605

1605Alsfeld-Ansicht Kupferstich Wilhelm Dilich

Dieser Kupferstich aus dem Jahre 1605 ist nach Dilichs Zeichnung aus dem Jahre 1591 (siehe diese Ausstellung) die zweitälteste erhaltene Alsfelder Stadtansicht. Wilhelm Dilich war der Sohn des Pfarrers Heinrich Scheffer, genannt Dilich, aus Wabern in Nordhessen. Wilhelm besuchte die Gelehrtenschule in Kassel und studierte von 1589 bis 1590 zunächst an der Universität Wittenberg, dann von 1590 bis 1591 an der Philipps-Universität Marburg. Dort lernte er den späteren Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel kennen, für den er von 1597 bis 1622 als landgräflicher Zeichner und als Abreißer, aber auch als Geschichtsschreiber und Baumeister tätig war, „bestallt zum offiziellen historiographus et geographus“ des Landgrafen.

Der Kupferstich war in der im Jahr 1605 in Kassel veröffentlichten „Hessische Chronica“ enthalten. Deren erster Teil enthielt die „Beschreibung und das Verzeichnis der Beschaffenheit des Landes Hessen“, versehen mit hervorragendem Bildschmuck wie Karten, Städteansichten, Burgen, Schlösser und Klöster.

Vergleicht man diesen Kupferstich Dilichs mit dem in dieser Ausstellung auch gezeigten, 41 Jahre später erschienenen, wesentlich bekannteren und berühmteren Kupferstich „Alsfeldt“ von Matthäus Merian (dem Älteren) aus dessen „Topographia Hassiae“ (einer verlegerischen Großleistung in insgesamt 30 Bänden mit 2142 Einzelansichten), dann erschließt sich schnell, wer zu dem Merianstich die Vorlage geliefert hat und woher der Ausdruck „abkupfern“ stammt. (MNic)