1518
Spätgotische Schranktür aus der Zeit des Rathausneubaus
1518Original aus dem Rathaus
Nur ein einziges Möbelstück aus der Erbauungszeit des Alsfelder Rathauses vor etwas über 500 Jahren (1512 – ca. 1518) hat sich bis heute erhalten: diese hölzerne Schranktür mit ihren zeittypischen spätgotischen Beschlagverzierungen.
Diese schmuckvollen floralen Zierbeschläge des Schrankes ähneln stilistisch sehr denjenigen auf den leider nur noch teilweise erhaltenen Innentüren des Alsfelder Rathauses. Sie sind typisch für das Alsfelder Repräsentationsgebäude des aufstrebenden Bürgertums, das seinen Neubau in der Übergangszeit von der Spätgotik in die frühe Renaissance im hiesigen Raum, also in den Jahren 1512 – ca. 1518, errichtete.
Die viele Jahre ungeklärte Geschichte des Vorgänger-Rathauses konnte 2022 anhand der überraschenden Bodenfunde bei der Sanierung des Marktplatzes und ihrer wissenschaftlichen Auswertungen sowie des Fundes eines Vertrages aus dem Jahre 1439 aufgeklärt werden: Das Vorgänger-Rathaus stand an der gleichen Stelle wie unser jetziges, das dort, über den wahrscheinlichen Brandresten des alten, erbaut wurde.
Aufgrund der Ähnlichkeit der Zierbeschläge der Innentüren mit der Schranktüre dachte man früher, dass es sich bei letzterer um die ehemalige Außentür des Rathauses handele; doch die Art ihrer Ausführung, Stärke und Dicke des Holzes sowie eine auf der Innenseite eingearbeitete, zur Aufnahme eines Einlegebodens dienende Nut, charakterisieren sie eindeutig als einen Möbelschrank aus der Alsfelder Frührenaissance. (MNic)