1309

Schul-Lehrtafel zum Klosterleben im Mittelalter, 1950er Jahre

Alsfeld beseelt!Missale des Augustinerklosters Alsfeld

Vermutlich ließen sich die ersten Augustiner-Eremiten um das Jahr 1280/90 in Alsfeld nieder, der erste schriftliche Beleg findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1309. Die Augustiner-Eremiten gehörten zu den Bettelorden, die sich vornehmlich nahe der Stadtmauer ansiedelten. Auch in Alsfeld wurde die Klosteranlage dort angelegt, gleich in der Nähe des Mainzer Tors am Roßmarkt. Der Höhepunkt dieser Entwicklung gipfelte 1436 in der Fertigstellung der Klosterkirche.

Als Landgraf Philipp der Großmütige 1526 nach der sog. Homberger Synode die Reformation in Hessen einführte, löste er die Klöster auf. Auch das Alsfelder Kloster traf 1527 dieses Schicksal und es wurde in ein Hospital für Arme und Bedürftige umgewandelt. Die Kirche blieb bis ins 17. Jahrhundert ungenutzt, bis sie restauriert und nach 1664 wieder als Kirchengebäude der evangelischen Gemeinde genutzt wurde.

Aus der Blütezeit des Klosters stammt das hier gezeigte spätgotische Alsfelder Messbuch (lat. Missale). Das Manuskript beinhaltet liturgische Texte für die Messe zwischen Ostern und Advent. Die wenigen, aber qualitativ äußerst hochwertigen Illustrationen (ein Kanonbild mit Kreuzigung sowie Initialen und andere Verzierungen) sind prachtvolles Zeugnis der Kunstfertigkeit der Mönche. Das Manuskript wurde 1501 fertig gestellt. Die wertvolle Handschrift wurde inzwischen durch die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart restauriert und digitalisiert. (MJ)