um 700
Scherbenfund aus der Steinborngasse
Alsfeld bewohnt!Älteste Siedlungsspuren in Alsfeld
Die genauen Umstände der Gründung der Siedlung „Adelesfeld“ sind bis heute nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich steht sie im Zusammenhang mit der merowingisch-fränkischen Landnahme im 8./9. Jahrhundert, dem damaligen Ausbau des Straßensystems (Alsfeld liegt an der zu dieser Zeit entstandenen Handelsstraße durch die „Kurzen Hessen“) und der Christianisierung von einem karolingischen Hofsitz am Grabbrunnen aus.
Die hier abgebildeten Fundstücke aus der Steinborngasse sind sogar noch älter (etwa um das Jahr 700) und Beleg für eine schon in merowingischer Zeit angelegte Siedlung. Sie unterstützen einen Erklärungsansatz von O. Spaar, der besagt, dass in der Mitte des 7. Jahrhunderts, noch in heidnisch-merowingischer Zeit, einzelne Hofstätten oder frühe dörfliche Zellen an den drei wichtigen Quellen Grabbrunnen (neben „der Burg“), Steinbornbrunnen und Brunnen auf Höhe der heutigen Stadtbücherei im Schnepfenhain entstanden, die nach und nach größer wurden und zusammenwuchsen. Für diese Theorie spricht, dass noch 1468 diese drei ehemaligen Dorfparzellen als gesonderte Steuerbezirke der Stadt aufgeführt wurden. (MNic)