2022
Alsfeld jubelt?800 Jahre Stadt Alsfeld
Die Geschichtswissenschaft datiert das Alter einer Stadt oder eines Dorfes eindeutig nach dem Datum des frühesten, gesicherten schriftlichen Nachweises. Im Falle Alsfelds ist das das Jahr 1069, in dem „adelesfelt“ in der sogenannten „Fuldaer Kaiserurkunde“ erstmals erwähnt wird. Allerdings bezeugt diese Urkunde lediglich die Existenz eines Ortes mit diesem Namen zu dieser Zeit; sie sagt nichts darüber aus, wie lange die Siedlung schon bestand und ob dieses „adelesfelt“ eine Burg, ein Dorf oder eine Stadt war.
Als „Geburtsurkunde“ der Stadt Alsfeld gilt eine Urkunde vom 13. März 1222. In diesem Dokument schenken Wezzilo von Nidda und seine Ehefrau Sophia ihr Gut zu Hergeren dem Kloster Arnsburg. Unter den Zeugen dieser Schenkung wurden erstmals drei „scabini“ (Schöffen) aus Alsfeld erwähnt. Schöffen waren mit dem Bürgerrecht versehene Männer aus angesehenen Patrizierfamilien, welche die verwaltungsmäßige Führungsschicht repräsentierten – sie waren somit eindeutig Stadt- und keine Dorfebewohner.
Wichtige Indizien wie thüringische Stadtgründungen in Oberhessen ab dem Jahre 1138 sowie das Markt-, Mauer- und Münzprägerecht (ab 1170) sprechen zwar für noch ältere Stadtrechte, schriftliche Belege dafür fehlen jedoch bis heute. (MNic)