30. Juni 1961
Standbild aus dem Filmbericht des Hessischen Rundfunkes über den Hessentag, 1961.
Zu sehen ist das im Rahmen des Hessentages durchgeführte „Lebende Schachspiel“ auf dem Marktplatz.
Alsfeld feiert!1. Hessentag in Alsfeld
Warum Alsfeld zum Austragungsort des 1. Hessentages bestimmt wurde, ist heute nicht mehr eindeutig festzustellen. War es die zentrale Lage innerhalb Hessens oder der für Besucher so attraktive historische Stadtkern? Vielleicht entsprach die Wahl auch einfach am besten der Idee des damaligen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn, mit einem „Fest der Hessen“ Alteingesessene und Zugewanderte zusammenzubringen. Das übergeordnete Ziel war es, ein Gefühl von Geborgenheit und Heimat zu vermitteln – dies galt neben den „geborenen“ Hessen insbesondere der großen Zahl von Geflüchteten, die infolge des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verloren und im Raum Alsfeld eine neue Bleibe gefunden hatten.
Bedenkt man, welch langfristige und umfangreiche Vorbereitungen spätere Hessentage erforderten, so erscheint die Auftaktveranstaltung von 1961 fast wie ein „Nebenereignis“. In einer Magistratssitzung vom 17. Februar gab der Bürgermeister die Entscheidung aus Wiesbaden erst unter Tagesordnungspunkt 19 „zur Kenntnis“. Das Ganze sollte zudem nicht eigenständig, sondern in Verbindung mit dem traditionellen Pfingstmarkt (Prämienmarkt) vom 30. Juni bis zum 3. Juli stattfinden.
Programmatisch gab es sportliche und kulturelle Angebote. Der Höhepunkt war jedoch der abschließende Festzug, der seitdem ein fester Bestandteil aller nachfolgenden Hessentage geblieben ist. (NH)