1825
Tabaketiketten der Firma Köster, um 1830
Alsfeld qualmt!Tabak- und Zigarettenindustrie in Alsfeld
Jahrzehntelang war die „Tabaksfabrik“ Köster nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Begriff in der Stadt. Als das Unternehmen 1929 infolge der Weltwirtschaftskrise und struktureller Veränderungen in der Branche schließen musste, endete eine fast 100-jährige Alsfelder Handwerks- und Wirtschaftsgeschichte. Doch nicht Theodor Köster aus Hannoversch Münden, der dort bereits 1812 eine Tabakfabrik gründete, gestaltete den Anfang in Alsfeld.
Der erste nachweisbare Tabakfabrikant hier war Hermann Bücking, der mit dieser Berufsbezeichnung 1825 als Bürger der Stadt aufgenommen wird. Zu seinem Betrieb, über den keine Einzelheiten bekannt sind, gehörte jedenfalls eine kleine, nicht konzessionierte Druckerei zur Herstellung von Tabaketiketten, nicht unüblich zu dieser Zeit. Zusammen mit Julius Heinrich Lückhard erwarb er 1829 ein Grundstück vor dem Hersfelder Tor und errichtete ein größeres Gebäude. Laut Brandkataster ist dort seit 1830 eine Fabrik mit Tabakdarre versichert. Doch schon 1833 muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.
Später sind es dann Wilhelm Eduard Hyppolite, 1799 in Rotenburg/Fulda geboren und 1826 als „Tabaksgeschäft für eigene Rechnung“ ausgewiesen, sowie der von Theodor Köster beauftragte Kasseler Georg Gerland, die das Tabak- und Zigarrengeschäft in Alsfeld groß aufziehen. (NH)