1683
Justitia, Ölgemälde des Alsfelder Künstlers Andreas Stamm aus dem Jahr 1683
1683Justitia und die zwölf Kardinaltugenden
Das wahrscheinlich von dem Alsfelder Maler Andreas Stamm, Sohn des Stadtschreibers Philipp Stamm, im Jahr 1683 gemalte, 2,04 m hohe und 1,26 m breite Ölgemälde zeigt Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, unter einem Apfelbaum sitzend. In der rechten Hand hält sie eine Waage, in der linken ein Schwert. Ein kniender Engel reicht ihr auf einer Bibel eine goldene Krone, ein anderer hält in den Wolken das hessische Wappen. Die Datierung auf das Jahr 1683 leitet sich aus den Namensinschriften der zwölf auf der Schnur aufgereihten Wappen der dort verzeichneten fünf Bürgermeister (Wegehausen, Steub, Knöttel, Höll, Hartmann) und sieben Ratsherren (Böcking, Schorling, Leußler, Welcker, Bing, Lipp, Kopp) ab.
In dem lateinischen Text in der großen ovalen Kartusche links unten vor dem Engel werden die „Kardinalstugenden eines aufrechten Ratsherren“ genannt. Die Übersetzung lautet:
I ich helfe den Unterdrückten
II ich mildere das strengste Recht
III ich verletze niemanden
IV ich gehorche den Gesetzen
V ich gehe richtig zu Rate
VI ich urteile klug
VII ich liebe die Bürger
VIII ich drücke gegen niemanden ein Auge zu
IX ich teile jedem das Seine zu
X ich höre den Verbrecher an
XI ich achte auf das Gemeingut
XII ich fliehe nicht vor dem Dunkeln
(MNic)