1654

Drittälteste Alsfelder Wetterfahne

1654Hingucker auf Alsfelds Dächern

Auch wenn sie ihre ursprüngliche Bedeutung schon lange eingebüßt haben – in vergangenen Zeiten, als noch nicht fast jeder einen hochaktuellen Wetterbericht in seinem Smartphone bei sich trug und jederzeit die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Meteorologen abrufen konnte, zeigten die auf den Dachspitzen montierten Wetterfahnen, auch „der Wetterhahn“ genannt, die Windrichtung an – so sind Wetterfahnen als Gebäudeschmuck auch heutzutage noch oft ein echter „Hingucker“.

Dieses schmiedeeiserne, künstlerisch gearbeitete Objekt aus dem Jahre 1654 ist die wohl am besten erforschte Alsfelder Wetterfahne. Nach ihrer Herstellung vor 370 Jahren befand sie sich auf einem Wohnhaus in der Untergasse. Besitzer des Hauses war der Alsfelder Amtmann Hans Berg, von 1650 bis 1667 landgräflicher Verwaltungs- und Gerichtsbeamter. Berg war mit Elisabeth Katharina Sinolt verheiratet und deren beiden Initialen finden wir auch über der Jahreszahl wieder: HB (= Hans Berg), verheiratet mit E (Elisabeth) C (Katharina) S (Sinolt).

Im Jahre 1701 wurde das Haus für den Bau des Rentamtes (heute Seniorenwohnheim) abgebrochen und in der Kaplaneigasse neu aufgebaut. Mit diesem Abbruch und dem Neubau wanderte auch die Wetterfahne aus der Untergasse zunächst mit in die Kaplaneigasse (Hausnummer 8, von 1712 bis 1859 zweites Alsfelder Pfarrhaus), später dann hier ins Museum. (MNic)