1648
Titelblatt der sogenannten „Wahl- und Wappenpredigt“ von Georg Eberhard Happel, die 1648 im Druck erschien
1648Wahl- und Wappenpredigt mit Stadtansicht
In der Frühen Neuzeit fanden die Wahlen des Bürgermeisters jährlich in der Walpurgiskirche statt. Traditionell wurde dieses Ereignis durch eine Predigt in der Kirche eingeleitet. Anlässlich der Wahl des Bürgermeisters Johannes Fink erschien 1648 die Predigt des Inspektors und Pfarrers Georg Eberhard Happel in gedruckter Form.
Auf dem Kupferstich des Titelblatts zur „Wahlpredigt“ befindet sich neben dem Titel der Schrift, dem Alsfelder Wappen sowie Tugenddarstellungen auch eine Alsfelder Stadtansicht. Diese Darstellung liegt zwar in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, aber dennoch wird hier weiterhin ein intaktes Stadtbild ohne Kriegsschäden dargestellt. Es zeigt also den Zustand vor der Belagerung und Beschießung aus dem Jahr 1646. Dennoch kann man anhand anderer Details den Einfluss der Kriegsjahre und -zerstörungen erahnen. So fehlen in dieser Ansicht Details wie Gärten, Bäume oder andere Gebäude vor der Stadtmauer, die vermutlich den Kriegswirren zum Opfer gefallen sind.
Die markanten Gebäude der Stadt, die bis heute das Bild prägen, sind gut erkennbar, ebenso Details zur Stadtbefestigung. Am linken Bildrand ist der Frauenberg mit der Friedhofskapelle dargestellt. Darunter erkennt man ein besonders interessantes Detail: Hier ist die sogenannte „Gaagk“ mit einem darunter liegenden Teich zu sehen. Es handelt sich dabei um ein Strafgerät, mit dem der Delinquent in einem hölzernen Korb für längere Zeit unter Wasser getaucht wurde. (MJ)