1633
Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert (unbekannter Künstler); die Wappen wurden bis ins 18. Jahrhundert ergänzt
1633Stadtansicht mit Bürgermeisterwappen
Im Foyer der ersten Etage des Rathauses befindet sich die größte Darstellung einer Alsfelder Stadtansicht aus dem 17. Jahrhundert. Die Stadtansicht wurde zu einem späteren Zeitpunkt mit Bürgermeisterwappen ergänzt. Die Wappenreihen werden auf der linken Hälfte durch einen Bogen unterbrochen, in dem drei Putten das Wappen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (links) sowie der Stadt Alsfeld (rechts) präsentieren.
Im unteren Bereich dieser Szene befinden sich zwei weibliche Allegorien, die sich einander zum Friedenskuss zuwenden. Ihre Attribute kennzeichnen sie als Justitia (Gerechtigkeit) mit Schwert und Waage sowie Pax (Eintracht) mit einem Ölzweig. Diese Art der Darstellung folgt der Bildtradition des Barock und war vor allem nach dem Westfälischen Frieden 1648 beliebt.
Die Datierung des Ölgemäldes ist umstritten. Für die Stadtansicht spricht eine frühere Datierung um 1633, da in diesem Jahr ein unbekannter Maler den Auftrag erhielt, eine Stadtansicht in einem ähnlichen Maß anzufertigen. Weiterhin zeigt das Gemälde ein intaktes Stadtbild ohne die Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs. Daher ist anzunehmen, dass sich die Jahreszahl 1657 oberhalb des Bogens auf die Ergänzungen der Bürgermeisterwappen bezieht. Weitere Wappen wurden nach und nach hinzugefügt, bis der Platz nicht mehr ausreichte und die Reihe auf einem neuen Gemälde weitergeführt wurde, das über dem hier beschriebenen Gemälde hängt. Die Wappen zeugen vom Bürgerstolz und Selbstbewusstsein der Alsfelder Bürgermeister ab der Frühen Neuzeit. (MJ)