1591

Stadtansicht Wilhelm Dilichs, Zeichnung aus dem Jahr 1591

1591Älteste erhaltene Stadtansicht

Bei dieser Zeichnung Wilhelm Scheffers, genannt Dilich, handelt es sich um die älteste erhaltene Stadtansicht Alsfelds, eine im Jahre 1591 gefertigte Zeichnung. Wilhelm Dilich war der Sohn des Pfarrers Heinrich Scheffer, genannt Dilich, aus Wabern in Nordhessen. Wilhelm besuchte die Gelehrtenschule in Kassel und studierte von 1589 bis 1590 zunächst an der Universität Wittenberg, dann von 1590 bis 1591 an der Philipps-Universität Marburg. Dort lernte er den späteren Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel kennen, für den er von 1597 bis 1622 als landgräflicher Zeichner und als Abreißer (derjenige, der die Zeichnungen seitenverkehrt auf den Holzstock oder die Kupferplatte auftrug, in die sie dann vom Stecher eingeritzt wurde), aber auch als Geschichtsschreiber und Baumeister tätig war.

In seiner im Jahre 1591 angefertigten Handschrift „Synopsis deskriptionis totius Hassiae…“ (= Beschreibung von ganz Hessen, 1591) bildete er in Zeichnungen alle hessischen Städte des 16. Jahrhundert ab. Seine Stadtansichten sind oftmals die ältesten nachweisbaren, historischen, bildlichen Abbildungen, so auch im Falle Alsfelds. Dass die „Synopsis“ keine größere Verbreitung erreichte, mag Dilich geärgert haben, doch er gab nicht auf und veröffentlichte schließlich nach sechs weiteren Werken 1605 in Kassel seine bekannteste Arbeit: die „Hessische Chronika“. Darin enthalten die zweitälteste erhaltene Stadtansicht Alsfelds, ebenfalls in dieser Ausstellung zu sehen. (MNic)